Zeitzeuginnen und Stolpersteine

Die Bölscheschule hat sich seit 10 Jahren das Zertifikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ jedes Jahr wieder erarbeitet. In der Woche vom 17.-21. November fanden Workshops für alle Klassenstufen (7.-10., sechszügig) statt, wir OMAS GEGEN RECHTS BERLIN boten einen für die 9. Klassen an. Es durften sich max. 20 SchülerInnen für uns anmelden, schließlich saßen 25 Kids in unserer Klasse.

Im ersten Teil führte uns Martina, n das Konzept der Stolpersteine ein. Danach gab es einen kleinen Rundgang in Friedrichshagen, es wurden verschiedene Stolpersteine aufgesucht. Martina hatte Utensilien zum Putzen mitgebracht. Von Stein zu Stein wuchs die Begeisterung, auch putzen zu dürfen. Wir Omas waren überrascht über das Interesse am Thema und den überwiegend höflichen und respektvollen Umgang damit.

Für den zweiten Teil waren zwei Omas aus der 3.0 – Gruppe aus anderen Berliner Bezirken angereist, beide 85 Jahre alt. Jede von ihnen berichtete von frühen Kindheitserinnerungen an die Flucht aus Ost-Polen, das Unwillkommensein in Deutschland, an die Jahre des Hungers und Mangels. Eine der beiden hat nach dem Jahr 2000 ankommenden Geflüchteten die deutsche Sprache gelehrt. Und sie konnte sich natürlich gut in ihre Situation hineinversetzen. Beide sagten, dass sie sich bei den Omas Gegen Rechts engagieren, weil sie verhindern wollen, dass so etwas je wieder passieren kann.

Einige SchülerInnen aus der multikulturellen Schülerschaft berichteten von Flucht und Verfolgung, Krieg und Gewalt-Erfahrungen in ihren Familien.

Von den meisten wurde abschließend als wichtigste Erkenntnis dieses Workshops genannt: solche Erfahrungen weitergeben, erzählen und danach fragen – in der eigenen Familie und auch an die nächste Generation. Wir jedenfalls waren sehr zufrieden mit diesem Projekt!