Der „Augen auf Kinotag“ am 27.01.2026 in Berlin: „DAS GEHEIME STOCKWERK“

Eine Nachlese:

Wie können wir erinnern? Wie kann die Geschichte der Shoa in den Herzen der Menschen das klare Bekenntnis erzeugen: NIE WIEDER IST JETZT?

Die letzten Zeitzeugen sterben und die Gesellschaft ringt um ihre Erinnerungskultur.

Stimmen, die einen Schlussstrich unter den „Opferkult“ ziehen und die den „Schuldkult“ beenden wollen, mehren sich. Die aktuelle MEMO-Studie 2025 der Stiftung EVZ macht deutlich: Zum ersten Mal seit Beginn der MEMO-Studienreihe stimmte eine Mehrheit der Befragten (38,1 %) der Forderung nach einem „Schlussstrich“ unter die NS-Zeit zu.

Auch das Mitgefühl für das Leid anderer scheint auf dem Rückzug.

Ist unsere Erinnerungskultur gescheitert?

Ein bekannter Meilenstein der filmischen Aufklärung war der 1979 ausgestrahlte Holocaustfilm: „Die Geschichte der Familie Weiss“. Er erreichte eine große Bevölkerungsgruppe in den Wohnzimmern Deutschlands. Diese Serie hat viele Menschen, insbesondere Jugendliche, schockiert und oft auch traumatisiert. Häufig erzeugten und erzeugen u.a. diese Formen der geschichtlichen Aufarbeitung Widerstand und reaktiv innere „Schuldabwehr“.                                   

Der Regisseur des diesjährigen Kinder- und Familienfilms „Das geheime Stockwerk“, Norbert Lechner, sieht die Notwendigkeit einer veränderten Übermittlung der Geschehnisse des dritten Reiches. In seinem Film suchte und fand er einen eigenen filmischen Umgang als Ergänzung zum Geschichtsunterricht, welcher altersangepasstes, menschliches Erleben und Identifikation ermöglicht. Perspektivwechsel ist der Boden auf dem Mitgefühl wachsen kann. Dieser Boden lässt Widerstand gegen menschenverachtende Ideologien entstehen und unsere Demokratie wehrhaft werden.

Holocaust beginnt nicht mit Ausschwitz, sondern mit Entmenschlichung.

Der „Augen auf Kinotag“ regt an, aktiv für Demokratie und Solidarität einzustehen.

Dieser Abend, mit der anschließenden Gesprächsrunde und dem musikalischen Beitrag von Marlo Grosshardt, war ein voller Erfolg. Der Kinofilm wird deutschlandweit in vielen Kinos weiter gezeigt werden und ist ein echter Familientipp.

Wir waren mit etlichen OMAS vor Ort, ansprechbar für alle Kinobesucher:innen, was insbesondere von Jugendlichen gerne in Anspruch genommen wurde.

Der Hauptdarsteller Silas John schloss mit seiner Botschaft: „Seid fair und menschlich miteinander“.

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 Von Nora Pauli / Öffentlichkeitsarbeit OGR Berlin