Skip to content

Gedanken zum 9. November 2019

Die Berliner OMAs und OPAs treffen sich am Samstag, 9. November 2019 im Bona Peiser von 11 – 14 Uhr zum Plenum. Es liegt nahe, am 9. November, dem Schicksalstag der Deutschen, auch was zusammen mit den Enkeln zu machen. Schließlich muss auch dieser Part der deutschen Geschichte den Enkeln vermittelt werden.

Die Oma eines Grundschülers hatte die Idee zu einem Laternenumzug Richtung Neue Synagoge in der Oranienburger Straße. Jemand anders aus unserem Kreis setzte dagegen: “Gern mache ich WAS mit dir zusammen. Nur nicht Laternen basteln. Ich hab mit meinen Kindern gesprochen – diese Art des Gedenkens finden sie nicht passend und zeitgemäss – auf einen Laternenumzug zur Synagoge geben sie mir ihre Kinder nicht mit. Angst, Sicherheit und was Eltern noch so bedenken. Fackelumzüge und Laternen seien nicht weit voneinander entfernt, meinen sie.”

Diese Positionen kamen beim gemeinsamen Nachdenken raus:

Auf der Webseite MEIN LIEBES KIND kann man sich über Patenschaften informieren für Kinder, die in der ehemaligen Städtischen Nervenklinik für Kinder (Reinickendorf, Eichborndamm) getötet wurden. Dort werden auch immer noch Schulen gesucht, die sich für ein Jahr beteiligen. Jugendliche an das Thema ran zu führen, geht auch anders. Auch die engagierten Jugend-Museen werden von verschiedenen Berliner OMAs gegen Rechts gern und oft mit ihren Enkeln besucht.

Wir OMAS denken, dass jede und jeder auf seine Weise seinen Enkeln seine Geschichte nahe bringt. Die Eltern einbezogen.

Als der Mann einer anderen Mit-OMA gestorben ist, war die gemeinsame Tochter noch ein Kind. Es war sehr schwer. Eine der tröstlichen Erinnerungen: er hat der Tochter vorher alles im KZ Sachsenhausen gezeigt und ihr mit seiner väterlichen Autorität vermittelt „Nie wieder!“ Sie waren zusammen auch auf einer großen Friedens-Lichterkette quer durch ganz Berlin und unsere Mit-OMA weiß immer noch, an welcher Stelle der benachbarten Bundesstraße sie damals in einer Menschenkette standen. Dies ist noch heute wichtig.

In Erinnerung daran ist es für sie jetzt entscheidend, dem Enkel etwas zur Geschichte des 9. November zu vermitteln. Dazu gehört auch der Matrosen-aufstand, an dem der Uropa mütterlicherseits dieses Enkels in Wilhelmshaven teilgenommen hat. Die Familie ist ziemlich stolz, dass sich Dokumente dieses Teils der Familiengeschichte noch heute im Marinemuseum Wilhelmshaven finden.    Auch der Matrosenaufstand in Wilhelmshaven und Kiel ist erinnerungswürdig und sozusagen ein Paukenschlag in der deutschen Demokratiegeschichte. Aber in diesem Jahr 2019 ist es dieser Mit-OMA eher ein Bedürfnis, etwas mit Kindern zu jüdischem Leben in Berlin und zu den Nazis zu machen.

Etwas ganz Wichtiges zum Schluss: Für die OMAS GEGEN RECHTS gehört in der Vorbereitung des 9. November das Totengedenken mit dazu. So wie sie vor Totensonntag die Gräber schmücken, so werden vor dem 9. November die Stolpersteine geputzt, die für jene gelegt wurden, die durch die Nazis umgekommen sind und die kein Grab haben. Zum Spaziergang nehmen die OMAS Metallputzmittel, Schwamm und weiche Lappen mit, sowei Blumen zur späteren Verziehrung und zum Gedenken.

Sei dabei, 6. Nov. zum Stolpersteine putzen: Treffpkt: Rathaus Friedenau, 15.00.

https://www.craigstennett.com/the-making-of-a-stolperstein                   Unser ‚OMA Fotograf‘, Fotojournalist Craig Stennett, dokumentierte

Michael Friedrich Friedläenders Initiative ‚Stolpersteine‘.  

Scroll To Top