OMA Elke, ‚Berliner‘ Gorleben Aktivistin erinnert sich:

26. April 2021. 35 Jahre nach Tschernobyl

Ich bin Elke und komme aus Tobringen, 4 km von Gorleben entfernt.

Mein Sohn Robert, mit einem seltenen Syndrom geboren, war damals 18 Monate alt und wegen der damit verbundenen Muskelschwäche bestand seine Nahrung anfangs nur aus Milch mit Haferflocken.

Unser Nachbar Karl-Heinz, der kein Gorleben Gegner war, hat selbstverständlich für Robert eine Kuh im Stall stehen gelassen.

Ohne Diskussion, obwohl es für den Bauern und sein Vieh etwas besonderes ist, im Mai das frische, gehaltvolle Gras und die Bewegung zu genießen.

JedeR wusste im Alltag, wie gefährlich diese unsichtbare Radioaktivität ist!

Im Jahr darauf hatten wir in unserer Galloway Herde mehrere Missbildungen und Totgeburten.

Die Tierärztliche Hochschule Hannover stellte bei allen Tieren einen Selenmangel fest.

Dies alles zeigte in unserem kleinen familiären Umfeld wie empfindsam die Natur auf Radioaktivität reagiert.

Noch heute wird diese von Skandinavien bis Österreich in Pilzen und Wildtieren nachgewiesen.

Die Bilder der schwer kranken Kinder aus der Umgebung von Tschernobyl, die zur Erholung in unseren Landkreis kamen, werde ich nie vergessen.

Und wie immer, kam die Hilfe für die betroffenen Menschen aus privaten Initiativen und nicht von den dafür Verantwortlichen.

Daran denke ich in jedem Frühling.