Samstag, 15.05.21, 14 Uhr Rathaus Spandau – Solidaritätsdemonstration für die Bewohner*innen eines Hausprojektes in Spandau, die einer Angriffsserie mit Brandanschlägen und Bombendrohung ausgesetzt sind. Ein rechtsextremer Hintergrund der Angriffe ist möglich.

Das Spandauer Bündnis gegen Rechts, Nachbar*innen, Spandauer*innen, Berliner*innen und antifaschistische Initiativen haben zu einer Solidaritätsdemonstration am 15. Mai um 14 Uhr geladen. Die Demonstration startete am Rathaus Spandau. Die andauernden Angriffe auf das Hausprojekt könnten gezielte Aktionen von Rechtsextremen sein. Die Hausbewohner*innen berichten in ihren Statements und Interviews von gezielter Zerstörung von antirassistischen Positionierungen sowie Sprühereien mit rechtsextremen Inhalten direkt am Haus, die den Angriffen zeitlich vorausgingen.

Was bisher geschah:
In der Nacht vom 4. auf den 5 Mai wurde das Hausprojekt in der Spandauer Jagowstr. 15 zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen aufgrund einer Bombendrohung evakuiert. Die erste Evakuierung war in der Nacht vom 20. auf den 21.04 geschehen. Im April gab es zwei Brandanschläge auf das Haus, trotz massiver Feuer in der Hofeinfahrt und im Hof gab es glücklicherweise nur leicht verletzten Bewohner*innen und die Feuer erfassten das Wohnhaus nicht. Der erste Brandanschlag erfolgte in der Nacht vom 8. auf den 9. April. 10 Tage später die zweite Brandstiftung in der Nacht vom 18. auf den 19. April.

In einem Statement vom 23. April schreiben die Bewohner*innen von Jagow 15:

Hier im Haus fanden sich über die Jahre Menschen mit verschiedensten Hintergründen zusammen und gerade in der jetzigen Berliner Wohnsituation ist es für viele existenziell diesen sicheren, bezahlbaren Wohnort gefunden zu haben. Die Jagow15 ist seit Jahren in Spandau als gemeinschaftliches Wohnprojekt bekannt und vernetzt. Das Haus wird sich auch weiterhin für ein solidarisches und diskriminierungsfreies Miteinander einsetzen. Wir leben in einem super internationalen, diversen Kiez – und Brandanschläge verändern nichts daran, dass Berlin eine weltoffene und bunte Stadt ist. Interkulturelles Zusammensein, binationale Familien, alternative Lebensformen, soziales Engagement und ein Verständnis fürs Miteinander sind längst Teil dieser Gesellschaft. Wir lassen uns nicht einschüchtern!