Die Stadtteilgruppe Süd/West hat mit diesem offenen Brief Wirkung erzeugt. Danke für das Engagement

Sehr geehrte Damen und Herren,
am 8. Oktober 2021 wurde der bekennende Neonazi Henry Hafenmayer auf dem evangelischen Südwestkirchhof in Stahnsdorf bei Berlin im ehemaligen Grab des jüdisch-stämmigen Musikwissenschaftlers Max Friedlaender (1852-1934) beigesetzt.
Die Beisetzung eines Holocaust-Leugners auf der früheren Grabstätte eines aus einer jüdischen Familie stammenden Wissenschaftlers hat uns stark erschüttert. Wir sehen darin eine Provokation seitens der Neonazi-Szene und eine gewollte Störung der Totenruhe.
Wir appellieren an Sie alle, für eine sofortige Umbettung des Neonazis zu sorgen, damit  das Andenken an Max Friedlaender bewahrt werden kann.
Wir fordern von der evangelischen Kirche, im Anschluss an die Umbettung eine Gedenkfeier für Max Friedlaender auszurichten, um ein weithin sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.
Außerdem fordern wir die zuständigen Stellen auf, die Grabstätte von Max Friedlaender in ein Ehrengrab umzuwidmen.
unterzeichnet von
OMAS GEGEN RECHTS.Berlin Stadtteilgruppe Süd/West und

OMAS GEGEN RECHTS in Deutschland

Erste Reaktionen:

Sehr geehrte Omas gegen Rechts,

herzlichen Dank für ihre Nachricht und Ihr Engagement in der Sache. Wie Sie wissen, habe ich in der vergangenen Woche umgehend nach Bekanntwerden des Vorfalls Strafanzeige gestellt, zum Ermittlungsstand ist bisher noch nichts bekannt.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-neonazi-beisetzung-in-juedischem-grab-antisemitismusbeauftragter-erstattet-anzeige-bischof-unterbricht-urlaub/27698800.html

Die weiteren konkreten Möglichkeiten — neben der strafrechtlichen Frage — liegen in der Verantwortung der EKBO, selbstredend bleibe ich in der Sache aktiv, zunächst ist aber die EKBO in der Verantwortung zu klären, welche Maßnahmen sie ergreifen kann und wird.

Mit freundlichen Grüßen
Samuel Salzborn
apl. Prof. Dr. Samuel Salzborn
Ansprechpartner des Landes Berlin zu Antisemitismus

Photo by „NTTKS“.